Mit Espresso-Diplom von der Uni

Der italienische Kaffeeröster Illy nimmt zur Zeit den deutschen Markt stärker ins Visier. Das will Illy nicht zuletzt auch mit einem neuen Konzept modern durchgestylter Kaffeebars erreichen.
Andrea Illy ist in Sachen Espresso Perfektionist: Genau sieben Gramm gemahlener Kaffee müssen es sein, durch die 90 Grad heißes Wasser mit einem Druck von neun Atmosphären gepresst wird, damit innerhalb von 30 Sekunden exakt 30 Kubikzentimeter der aromatisch-dampfenden schwarzen Flüssigkeit in ein Tässchen tröpfeln. Darüber hat der 41jährige Vorstandsvorsitzende und Chairman von Illycaffè sogar ein Buch geschrieben: „Espresso Coffee – the Chemistry of Quality“, eine wissenschaftlich-technologische Abhandlung über Espresso – vom Anbau der Bohnen bis zur Zubereitung. „Denn der Espresso ist alles andere als ein einfaches Getränk, sondern ein Gemisch aus 1 500 verschiedenen chemischen Substanzen“, erläutert Illy. Doch der Diplom-Chemiker ist nicht angetreten, um dieses Buch populär zu machen, sondern seinen Espresso, der schon in mehr als 70 Ländern erhältlich ist.
Dabei liegt der Schwerpunkt von Illycaffè bisher auf der Gastronomie. Hier erzielt Illy mit rund 40 000 Partnern in Hotels und Gaststätten zwei Drittel seines Jahresumsatzes von rund 205 Mill. Euro. Der Nettogewinn betrug zuletzt acht Mill. Euro. Nach Illys Vorstellungen soll allein der Deutschlandumsatz, der derzeit noch bei ausbaufähigen 6,2, Mill. Euro liegt, um 15 bis 20 Prozent pro Jahr steigen. Das will Illy nicht zuletzt auch mit einem neuen Konzept modern durchgestylter Kaffeebars erreichen, das derzeit an drei Standorten (München, Zwickau und am Flughafen Frankfurt-Hahn) getestet wird. In fünf Jahren sollen in Deutschland rund 30 von weltweit 500 Illy-Bars eröffnet haben. Aber auch im Handel nimmt die Präsenz der Marke Illy zu – und das trotz eines Preises, der mit rund 14 Euro pro Pfund etwa doppelt so hoch liegt wie der vergleichbarer Espressohersteller. Illys ganzes Augenmerk gilt dabei der Qualität. „Ich will erreichen, dass die Verbraucher diese Begeisterung für das Produkt mit mir teilen“, sagt Illy und beklagt, dass das Wort „Espresso“ vielfach mit Erzeugnissen in Verbindung gebracht wird, die rein gar nichts mit dem italienischen Heißgetränk zu tun haben.
Schon Andreas Großvater Francesco hatte sich ganz der Qualität verschrieben und eine Druckverpackung entwickelt, die die Espressobohnen für lange Zeit frisch hielt
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. Daneben erfand der Unternehmensgründer 1935 die „Illetta“, den Prototyp aller automatischen Espressomaschinen. Auch Ernesto Illy, der das Unternehmen in der zweiten Generation führte und heute noch Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates ist, fügte zahlreiche neue Patente hinzu und gründete ein Kaffee-Forschungslabor.
Andrea Illy hingegen kümmert sich in der dritten Unternehmergeneration um die Weitergabe dieses Wissens an Produzenten und Konsumenten, die an der firmeneigenen „Kaffee-Universität“ in Triest sogar ein Kaffee-Diplom erwerben können. Brasilianische Kaffeepflanzer hingegen bilden sich an der „Universidade Illy do Café“ in Sao Paulo weiter. Ihre Kenntnisse schlagen sich in der Qualität der für Illy geernteten Kaffeebohnen nieder, für die die Italiener entsprechend hohe Preise zahlen.
Unabhängige Institutionen belohnen Illys Anstrengungen. Die „Stiftung Warentest“ benotete Illys gemahlenen Espresso kürzlich bei einem Vergleichstest als einzigen mit „sehr gut“. Damit buhlt der Kaffeeröster in der gleichen luxuriösen Liga wie der Schweizer Nahrungsmittelmulti Nestlé mit seiner Marke „Nespresso“ um eine verwöhnte, aber zahlungskräftige Kundschaft. Dieser Markt umfasst zwar nur maximal vier Prozent des Weltkaffeemarktes, gilt aber als besonders margenstark. Erlöst Nespresso doch für seine Espresso-Portionen pro Tasse mehr als 30 Cent, was hochgerechnet einem Pfundpreis von 21 Euro entspricht.
„Der Kaffeemarkt boomt“, freut sich Nespresso-Chef Gerhard Berssenbrügge und strebt für 2007 die Umsatzmilliarde in Schweizer Franken (650 Mill. Euro) an. Damit rückt Nestlé noch näher an Marktführer Lavazza heran, der derzeit etwa 800 Mill . Euro pro Jahr erlöst, von denen zuletzt rund 89 Mill. Euro als Nettogewinn übrig blieben.
Quelle: Handelsblatt

